Interview mit Kantonsbaumeister von Basel-Stadt zum Klybeck-Areal

BASF hat ihre Anteile am Klybeckareal an Swiss Life verkauft

Wenn alle in den Sommerferien sein sollten, werden in der Regel seitens Basler Stadtplanung entscheidende Weichen gestellt.

Zum Beispiel informieren die bisherigen Planungspartner BASF, Novartis, Kanton Basel-Stadt, dass BASF ihr Grundeigentum auf dem Klybeckareal an Swiss Life verkauft hat. Die Swiss Life Holding AG mit Sitz in Zürich ist Eigentümerin des grössten privaten Immobilienportfolios der Schweiz; zu ihr gehören die Tochtergesellschaften Livit, Corpus Sireo, Beos und Mayfair Capital. Swiss Life spannt für das Klybeckareal u.a. mit der Bricks AG zusammen, die bereits auf dem  Erlenmatt-Areal gewirkt hat. 

„Das Versicherungsunternehmen Swiss Life übernimmt die Arealteile und die vertraglichen Verpflichtungen von BASF. Dies gilt explizit auch für jenen Arealteil, der während fünf Jahren für Zwischennutzungen zur Verfügung steht. Die Käuferin bekennt sich dazu, das Projekt gemeinsam mit den weiteren Planungspartnern und unter Einbezug der Interessen der Bevölkerung fortsetzen zu wollen. BASF selber wird bis auf Weiteres als Mieterin im Klybeckareal ansässig bleiben“, heisst es nicht in der Medienmitteilung sondern in der Begleit-E-Mail von klybeckplus. 

Novartis verkauft ihren Teil des Klybeckareals an die Schweizer Firma Central Real Estate Basel AG

„Heute hat Novartis bekanntgegeben, dass sie ihre Arealteile und Gebäude im Werk Klybeck an die Firma Central Real Estate Basel AG verkauft hat. Die Käuferin gehört zu einer Holding, in welcher ausschliesslich Schweizer Investoren vertreten sind. Sie wird das Klybeck-Areal umsichtig und nachhaltig entwickeln, dabei die Interessen des Kantons Basel-Stadt und der Bevölkerung berücksichtigen sowie den gemeinsamen Planungsprozess mit den Partnern BASF und Kanton Basel-Stadt im Rahmen des Projektes klybeckplus weiterführen. Über den Preis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.“

Zwischennutzungen auf dem Klybeckquai

„Der Regierungsrat hat einen Bericht zum aktuellen Stand und zu den Perspektiven der Zwischennutzungen am Klybeckquai zur Kenntnis genommen. Er fokussiert sich auf Massnahmen zur Reduktion der Begleiterscheinungen und zu Verlängerungen der Zwischennutzungen im Kontext der Gesamtentwicklung Basel Nord auf dem Areal ExEsso bis Ende 2021 und auf dem Areal ExMigrol bis Ende 2024 mit Option bis Ende 2029. Zum ExMigrol-Areal soll eine Absichtserklärung mit dem Verein Shift Mode unterzeichnet werden. Im Weiteren hat der Regierungsrat die bestehende Bürgschaftsgarantie für den Verein Shift Mode in der Höhe von 300‘000 Franken auf das neu ausgearbeitete Projekt „BACH“ übertragen. Dieses sieht anstelle der rund 4‘500 m2 umfassenden Holzhallen ein ehemaliges Schiff mit rund 1‘000 m2 bespielbarer und schallisolierter Innenraumfläche für Musikveranstaltungen, Theater und gastronomisch genutztem Schiffsdeck mit Hafenradio im Leuchtturm vor. Grundsätzlich haben sich die Öffnung des Klybeckquais und die Belebung mit Zwischennutzungen positiv entwickelt. Der Klybeckquai ist in Basel-Stadt zu einem beliebten urbanen Freiraum und Begegnungsort geworden mit überregionaler Ausstrahlung und einer jährlich höheren Besucherfrequenz.“

Wie kommt Basel auf eine solche … Idee?

«Infrastrukturen sind keineswegs das Ergebnis einer kohärenten Planung, sondern entstehen vielmehr in einem Geflecht sehr unterschiedlicher und sehr widersprüchlicher Interessen.» (Dirk van Laak)

HafenspielBild

«Man stelle sich vor, Kapitän zu sein…
Von Norden her kommend muss er seinen schwer beladenen 135-Meter-Kahn quer zum Fluss stellen, um am Hafenbecken 1 vorbei durch die enge Pforte ins Hafenbecken 2 zu gleiten. Da liegen vielleicht links und rechts schon Schiffe, zwischen denen er präzise durchzusteuern hat. Er zielt auf eine noch engere Pforte, die in einen kurzen Kanal mündet, der knapp unter der wichtigen Nord-Süd-Autobahn hindurchgeht. Dahinter eine Drehung an Ort nach rechts und hinein in das neue Becken… Aus dem Hafen kommt der Kapitän mit dem Schiff nur, wenn er die ganze Aktion auch rückwärts beherrscht.» (Christian Mensch, BZ)

Wer sind die Player beim Hafenbecken 3?
Die SBB und die Gentrifizierungsfreund*innen in Basel-Stadt gewinnen ganz kräftig, falls das Hafenbecken 3 realisiert wird. Die Hafenwirtschaft braucht das Hafenbecken 3 nicht wirklich und die Bewohner*innen von Basel Nord sind sowieso selber schuld, dass sie hier wohnen.

  • Die SBB kann ihr Gelände auf dem Wolf und auf der Klybeckinsel in Betongold umwandeln (und bringt die Güter wie bisher von Schiff und Lastwagen auf die Bahn).
  • Die Eidgenossenschaft zahlt Millionen an den Hafen, die Hafenbahn wird verlegt und Basel hat freie Hand, um Rheinhattan zu bauen.
  • Der Dorfverein Kleinhüningen will kein Hafenbecken 3, weil dies noch mehr Gefahrengüter in den gebeutelten Stadtteil bringt. Er verklagt den Kanton.

Auch wir sind Player im Hafenspiel…
Wir Klybeckbewohner*innen möchten die Hafenbahn bei uns behalten. Ein paar von uns lieben sie, die quietschende Metallophonie, den schnaubenden Drachen, der uns seit immer durch Tag und Nacht begleitet. Andere sehen es eher pragmatisch: Solange es die Hafenbahn gibt, gibt es vor unserer Nase keine Rheinhattan-Grossbaustelle!