Auf Initiative des GLP-Präsidenten David Wüest-Rudin fordert eine Gruppe von GrossrätInnen von links bis rechts, dass auf dem freiwerdenden Hafenareal in Klybeck/Kleinhüningen so schnell wie möglich Wohngebäude errichtet werden. Unter anderem sollen «nah am Wasser attraktive Wohnungen gebaut werden». Des weiteren soll «studentisches Wohnen» berücksichtigt werden. Die Zwischennutzungen sollen nicht beeinträchtigt werden.
Es wird zudem offen gefordert, das zukünftige Quartier auf «steuernzahlende mittelständische Haushalte mit Kindern» auszurichten.
Der Anzug, wie der Antrag auf Parlamentsdeutsch heisst, ist – gewollt oder ungewollt – ein Versuch, den befürchteten Widerstand gegen die städtischen Megabaupläne «Vision 3Land» und «Rheinhattan» zu verhindern. Mit einer Salami-Taktik (ein Wohnhäuschen nach dem anderen) würden so Tatsachen geschaffen. Grundsätzliche Fragen über das künftige Aussehen des Hafenareals würden damit abgewürgt oder zumindest erschwert.
Hinzu kommt, dass mit einer raschen Ansiedlung von guten Steuerzahlern die Gentrifizierung in den benachbarten Quartieren Kleinhüningen und Klybeck massiv beschleunigt und vorangetrieben würde.
Dass eine solche Idee von neoliberaler und rechter Seite kommt, überrascht nicht. Dass sich aber auch mehrere sogenannte «linke» Politiker dafür einspannen lassen, sollte zu denken geben.
Anzug «Wohnen am Klybeckquai» (PDF)
Stellungnahme der IG Klybeckinsel (PDF)
